Claus Vögele

University of Luxembourg

"Es ist an der Zeit, uns um die Psyche der Menschen in der aktuellen Krise zu kümmern"; Claus Vögele, Professor für Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie an der Universität Luxemburg

In der aktuellen Situation stellen sich Regierungen weltweit die Frage, wie das neuartige Coronavirus eingedämmt werden kann. Doch wichtig sei es auch, die Psyche der Menschen im Auge zu behalten, meint Prof. Claus Vögele. Darüber sprechen wir mit dem Professor für Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie an der Universität Luxemburg. Am Ende des Interviews findest Du Empfehlungen, was Du tun kannst, wenn es Dir aktuell nicht gut geht.

Prof. Claus Vögele, die Maβnahmen, die die luxemburgische Regierung getroffen hat, sind sehr einschneidend und belastend für viele Menschen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass idealerweise alle sich an die Maβnahmen halten, dass die Bevölkerung kooperiert. Es geht hier also viel um eine Psychologie der Massen. Was denken Sie: Wurde früh genug und richtig reagiert?

Ich denke, dass die Politik insgesamt ganz gut reagiert hat. Die Politiker haben zu jedem Zeitpunkt aufgrund der aktuellen Datenlage reagiert und entschieden. Jetzt im Nachhinein, wo wir immer mehr über das Virus und seine Effekte wissen, ist es schwach zu behaupten, man hätte es besser machen können. Vor allem da ja, wie Sie richtig sagen, hier massenpsychologische Phänomene wirken: Die Menschen wären viel eher gar nicht bereit gewesen, solche massiven Einschränkungen hinzunehmen. Die Menschen müssen die Tragweite und den Ernst der Lage begreifen, um zu kooperieren. Und auf diese Kooperation sind wir alle angewiesen. Ein viel zu früher drastischer Eingriff hätte auch zu Panik führen können. Im Gegensatz zu Ländern in Asien haben wir noch nicht die Erfahrung gemacht, wie wir mit solch einer Situation umgehen sollen. Bisher waren Epidemien gefühlt immer weit weg und wir haben uns in falscher Sicherheit gewogen. Das wird bei einer nächsten Epidemie oder Pandemie sicherlich anders sein. Wir lernen gerade sehr viel als Gesellschaft!

Sie sehen also in der momentanen Situation auch etwas Positives?

Jeder Mensch, der an Covid-19 stirbt, ist einer zu viel. Ich unterschätze das sicherlich nicht! Aber tatsächlich denke ich, dass wir gerade als Gesellschaft lernen, wie wir uns in einer wirklich schwerwiegenden Krise verhalten sollen. Auf was es ankommt, was möglich ist, was wirklich wichtig ist für eine Gesellschaft. Wie wir das auch psychologisch meistern. Und auch, dass es sehr schnell zu Szenarien kommen kann, die vorher noch unvorstellbar waren. Wenn wir die richtigen Schlüsse daraus ziehen und gesellschaftliche Debatten dazu führen, sind wir besser für eine nächste Krise gewappnet.

Sie meinten vorhin, die Politik hätte gut reagiert. Stellen wir uns einmal vor, sie hätte das nicht getan und einfach nicht reagiert. Viele Modelle zeigen, dass dann mit sehr vielen Toten zu rechnen gewesen wäre, mit einer krassen Überlastung des Gesundheitswesens. Was hätte solch eine Extremsituation psychologisch mit uns als Gesellschaft gemacht? Würden die Menschen dann das Vertrauen in die Politik verlieren? Wozu könnte das führen?

Abgesehen davon, dass ich es als verantwortungslos und zynisch betrachtet hätte, wenn Politiker nichts unternommen hätten, würde mit Sicherheit die Mehrheit der Bürger das Vertrauen in die Politik vollends verlieren. Man könnte in solch einer Situation wahrscheinlich sogar bürgerkriegsähnliche Zustände erwarten. In der Tat hat die derzeitige Covid-19-Pandemie viel mehr Ähnlichkeit mit einem Weltkrieg als mit einem singulären Ereignis wie z.B. einer Naturkatastrophe oder einem Terroranschlag – denn erstens ist die Pandemie nicht auf einen Zeitpunkt begrenzt, sondern erstreckt sich auf die vorhersehbare Zukunft und zweitens ist sie räumlich nicht begrenzt, sondern betrifft den gesamten Globus. Aber es wurde ja reagiert. Zum Glück müssen wir uns also nicht mit diesem Szenario beschäftigen. Und das zeigt ja auch, dass wir als Gesellschaft fähig sind, geschlossen zu reagieren, wenn es wirklich ernst wird.

Nehmen wir dann das umgekehrte Szenario: Die Maßnahmen des Staates wirken sehr gut. Es gibt nach ein paar Monaten Ausgangssperre weniger Tote als anfangs befürchtet. Wie werden z.B. die reagieren, die alles verloren haben (Job, Firma, Geld, vielleicht sogar das Haus...)? Verständnis oder Unverständnis angesichts der drastischen Maßnahmen, die getroffen wurden?

Das wird weitestgehend von den staatlichen Maßnahmen abhängen (und wie diese kommuniziert werden), um die wirtschaftliche Krise, die der Pandemie folgen wird, abzufedern. Viele Menschen, beispielsweise in Deutschland, haben derzeit großes Verständnis für die beschlossenen Maßnahmen zur Abflachung der Infektionsinzidenz. Dies kann sich nach einer gewissen Zeit natürlich ändern, nämlich wenn die wirtschaftlichen Einschränkungen schmerzlich spürbar werden.

Zurzeit wird vor allem darüber diskutiert, wie wir das Virus eindämmen können. Immer mehr werden auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zum Thema. Wie ist es mit der Psyche der Menschen? Wird das genügend thematisiert?

Ich denke es war natürlich richtig, zuerst die nötigen Maβnahmen zu ergreifen, das Virus einzudämmen. Nun aber sehe ich in der Tat, dass es wichtig wäre, die psychologischen Folgen dieser Krise in Angriff zu nehmen. Wir müssen damit rechnen, dass aufgrund der Krise viele Menschen psychische Probleme bekommen, und diejenigen, die ohnehin schon psychisch labil sind, jetzt ein hohes Risiko haben sogar eine Störung zu entwickeln. Darauf müssen wir uns vorbereiten und uns dem stellen. Aber die positive Nachricht ist: Dies ist gerade der Fall. Luxemburg bereitet sich darauf vor.

Können Sie Beispiele nennen?

Das Erziehungsministerium hat z.B. eine Hotline eingerichtet, wo jeder sich melden kann, der unter Stress steht oder sich Sorgen macht. Auch die Initiative S.O.S Détresse kann hier genannt werden, oder die Tatsache, dass auch der Verband der Psychologen in Luxemburg aktiv geworden ist. Wir versuchen auch gerade, die psychologischen Hilfsangebote an der Universität mit den nationalen Initiativen in diesem Bereich in Einklang zu bringen. Dazu kommt aber auch noch ein „hauseigener“ psychologischer Dienst, denn die Universität ist ein großer Arbeitgeber mit verschiedenen besonderen Voraussetzungen, die bei der Schaffung eines solchen Angebots berücksichtigt werden müssen. Beispielsweise wohnen viele der internationalen Studierenden in Wohnheimen, die der besonderen Fürsorge bedürfen.

Zum anderen starten wir gerade mehrere Forschungsprojekte, um die psychologischen Anpassungsprozesse, die in einer solchen Krisensituation gefordert sind, besser zu verstehen. Dazu gehören beispielsweise die emotionale Bewältigung von Quarantänebedingungen, von sozialen Distanzierungsmaßnahmen und der Unsicherheit über die Zukunft. Ich glaube, dass wir durch diese Studien in vergleichsweise kurzer Zeit sehr viel lernen können, was uns bei zukünftigen Krisen dieser (oder anderer) Art helfen wird, die negativen Folgen auf persönlicher, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene abzumildern.

Gibt es Studien zu ähnlichen Fällen von Isolationsmaβnahmen, z.B. im Rahmen der SARS-Epidemie?

Die gibt es in der Tat, z.B. zusammengefasst in einer ganz aktuellen Übersichtsarbeit zu den psychologischen Konsequenzen von Quarantänemaßnahmen (Brooks et al., 2020).

Wie diese Übersichtsarbeit zeigt, gibt es inzwischen mehrere Studien zu den psychischen Folgen von Quarantänemaßnahmen, die vor allem im Kontext der SARS-Epidemie durchgeführt wurden. Diese Studien zeigen schon nach neun Tagen der Quarantäne ein erhöhtes Risiko für akute Belastungsreaktionen wie Erschöpfung, Angst, Irritierbarkeit, Schlaflosigkeit, Konzentrationsverlust und nachlassende Arbeitsleistung.

Brooks SK, Webster RK, Smith LE, Woodland L, Wessely S, Greenberg N, Rubin GJ. The psychological impact of quarantine and how to reduce it: rapid review of the evidence. Lancet. 2020 Mar 14;395(10227):912-920. doi: 10.1016/S0140-6736(20)30460-8. Epub 2020 Feb 26. Review.

Und gibt es bereits wissenschaftliche psychologische Studien über das Wohlbefinden der Menschen in der aktuellen Covid-19-Isolationssituation? 

Angesichts der Tatsache, dass Covid-19 erst am 11. März 2020 von der WHO zu einer Pandemie erklärt wurde, ist es verständlich, dass es bisher sehr wenige Untersuchungen zu diesem Thema gibt. Ich habe aber drei interessante Studien gefunden. Zum einen eine Online-Befragung mit amerikanischen Heranwachsenden (Oosterhof & Palmer, 2020), die zum Ziel hatte herauszufinden, wie Jugendliche sich in der aktuellen Situation verhalten. Jugendliche tragen nämlich wahrscheinlich in entscheidendem Maße zur Weiterverbreitung des Virus bei, da sie in der Regel eher wenig starke Symptome entwickeln und sich daher nicht so betroffen fühlen. 

Dabei zeigt sich Folgendes:

  • Je größer Jugendliche die Gefahr des Virus einschätzen, umso mehr gaben sie an, soziale Distanzierungs- und Desinfektionsmaßnahmen zu befolgen. Jedoch war auch die Tendenz zu Hamsterkäufen größer.
  • Je stärker bei Jugendlichen jedoch die soziale Verantwortung gegenüber den Mitmenschen ausgeprägt ist, umso stärker befolgen sie die Präventionsempfehlungen, jedoch ohne Hamsterkäufe.

Oosterhoff, B., & Palmer, C. (2020, March 23). Psychological Correlates of News Monitoring, Social Distancing, Disinfecting, and Hoarding Behaviors among US Adolescents during the COVID-19 Pandemic. https://doi.org/10.31234/osf.io/rpcy4

D.h. um Jugendliche dazu zu bewegen, zu kooperieren, ist es besser an ihr Verantwortungsbewusstsein zu appellieren, als ihnen vor Augen zu führen, dass das Virus auch sie treffen kann.

Genau. Auch der zweite Weg führt zur Kooperation, der andere ist allerdings besser, da er nicht zu Panikreaktionen führt. Panik ist nie ein guter Ratgeber.

Und Sie hatten noch von zwei weiteren Studien gesprochen?

In einer anderen Online-Befragung aus China mit ca. 14.500 Teilnehmern (Liu et al., 2020) ging es darum herauszufinden, welche Menschengruppen mehr oder weniger Stresssymptome zeigen. Hier zeigte sich, dass tendenziell eher Männer, Personen mit höherem Bildungsniveau und Personen mit Studentenstatus ein niedriges selbst-berichtetes Stressniveau angaben. Umgekehrt sagten ein jüngeres Alter, Scheidungsstatus und ein schlechter körperlicher Gesundheitszustand akute Stresssymptome vorher. Wir wissen aber noch nicht, weshalb das so ist.

Liu, Dan and Ren, Yanping and Yan, Fang and Li, Yuqing and Xu, Xuejing and Yu, Xin and Qu, Wei and Wang, Zhiren and Tian, Baopeng and Yang, Fude and Yao, Yin and Tan, Yunlong and Jiang, Ronghuan and Tan, Shuping, Psychological Impact and Predisposing Factors of the Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) Pandemic on General Public in China (3/7/2020). Available at SSRN: https://ssrn.com/abstract=3551415 or http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.3551415

Dann gibt es noch einen gerade veröffentlichten Bericht, der von einem Team am University College London verfaßt wurde. Grundlage für den Bericht ist die online-durchgeführte Befragung von über 40.000 Teilnehmern in England. Besonderes Augenmerk wurde von den Autorinnen und Autoren des Berichts auf die Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Wissen über COVID-19 und der Befolgung der staatlichen Anordnungen gelegt. Als damit in Zusammenhang stehende Variablen wurde der sozioökonomische Status und das Bildungsniveau erhoben. Dabei zeigte sich, dass vor allem jüngere Personen und Frauen, aber auch Personen, die in so genannten Sytem-relevanten Berufen arbeiten (z.B. Gesundheitsberufe), und solche die in beengten Verhältnissen leben, mit niedrigem Einkommen und mit körperlichen Erkrankungen und psychischen Störungen besonders belastet sind.  

https://746a1e8d-7231-4b96-9bc2-88b2eb5c4964.filesusr.com/ugd/3d9db5_a82c3a15441f4687a0114efc78307e80.pdf

Wie kann die Wissenschaft (Psychologie) in solch einer Krise helfen?

Die Verhaltenswissenschaften können Wissen bereitstellen, das Politikern und anderen Entscheidungsträgern in der Gesellschaft dabei hilft, die Bedingungen dafür zu schaffen, dass weite Teile der Bevölkerung den Empfehlungen und Anordnungen folgen, die aufgrund der epidemiologischen Entwicklung der Infektionsausbreitung notwendig geworden sind. Insbesondere die Klinische Psychologie und die Gesundheitspsychologie können einen entscheidenden Beitrag zur psychologischen Beratung und Therapie leisten – vor allem, was die Betreuung psychisch labiler und unter Umständen psychisch erkrankter Personen angeht.  

Was wird der (psychologische) Schaden dieser Krise für die ganze Gesellschaft sein?

Das können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Das hat unter anderem damit zu tun, dass die Folgen dieser Krise auf vielen verschiedenen Ebenen über unterschiedlich lange Zeiträume festzustellen sein werden. Das reicht von akuten Belastungssituationen wegen verordneter Ausgangssperren bis hin zu indirekten psychischen Konsequenzen aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheit, die erst in einigen Monaten sichtbar werden und möglicherweise über Jahre andauern.

Weshalb gibt es immer noch Menschen, die behaupten, die Grippe sei doch genau so schlimm?

Das halte ich ehrlich gesagt für dumm. Es ist zwar eine menschlich verständliche Reaktion, die Angst vollständig auszublenden, damit man nicht davon überwältigt wird. Wenn man aber die Fakten, die Fachmeinungen und die Folgen der Pandemie nicht wahrhaben will, verweigert man sich der Realität.

Diese „Leugner“ hat es auch bei anderen Erkrankungen gegeben, etwa bei HIV/Aids. Ein solches Verhalten kann letztlich zu einer Verschlimmerung der Lage beitragen. Das andere Extrem sind die Panikmacher. Beide Extreme – Panikmacher und Leugner – sind zwar kein neues Phänomen, denn Extremmeinungen gehören zu Extremsituationen dazu. Allerdings gibt es eine neue Entwicklung, was die Rolle der sozialen Medien angeht im Umgang mit Angst und anderen Reaktionen auf das Coronavirus. Der Einfluss sozialer Medien auf die Meinung und Gefühlslage des Menschen ist groß und letztlich nicht kontrollierbar. Informationen aus vertrauenswürdigen Quellen sind auf jeden Fall, nicht nur in Zeiten dieser aktuellen Krise, den reinen Privatmeinungen, wie sie über die sozialen Medien verbreitet werden, vorzuziehen.

In der aktuellen Situation gibt es Menschen, die mit unterschiedlichen psychologischen Problemen konfrontiert sind. Wir bitten Sie um ein paar praktische Tipps. Was raten Sie Menschen, die sich in folgenden Situationen befinden:

Ich mache mir ständig Sorgen.

Sich Sorgen zu machen, ist normal. Problematisch wird es, wenn es überhandnimmt. Kontrollieren Sie Ihre Sorgen. Lenken Sie sich ab. Reservieren Sie eine begrenzte Zeitschiene am Tag, während der Sie sich so viele Sorgen machen dürfen, wie Sie wollen. Außerhalb dieser Zeitschiene haben Sorgen in Ihren Gedanken nichts zu suchen und werden, falls sie doch auftauchen, auf die "Sorgenzeit" verschoben

Ich fühle mich einsam.

Suchen Sie Kontakt zu Ihren Mitmenschen, auch wenn dies nur in derzeit sehr eingeschränktem Maß möglich ist. Digitale Medien sind dabei trotz ihrer eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten hilfreich. Telefonieren Sie, tauschen Sie sich über soziale Netzwerke, E-Mail und andere Plattformen aus, schreiben Sie mal wieder einen Brief.

Ich denke, ich leide an einer Depression.

Wenn Sie sich sehr niedergedrückt fühlen, kaum noch Freude an den Dingen haben, die Ihnen sonst Freude bereiten, Schlafstörungen haben und Sie entweder sehr viel mehr oder weniger essen, ist es Zeit, dass Sie sich professionelle Hilfe suchen. Diese kann unter den derzeitigen Umständen auch über digitale Medien zur Verfügung gestellt werden.

Ich bin überfordert mit Kindern, Homeoffice und Haushalt.

Man sollte den Arbeitstag nicht zu lange gestalten und rechtzeitig Feierabend machen. Manche Personen neigen dazu, im Homeoffice von einer Pause in die nächste zu stolpern und sich dann spät abends darüber zu grämen, nichts geschafft zu haben. Allerdings sollte man, was Pausen angeht, auch nicht zu streng mit sich sein. Auch im Büro arbeitet man nicht acht Stunden produktiv, sondern unterbricht das konzentrierte Arbeiten mit einem Schwätzchen, trinkt Kaffee, holt das Druckerpapier etc. Trotzdem ist Homeoffice kein Urlaub. Geben Sie Ihrem Tag eine feste Struktur mit festgelegten Zeiten, das ist auch für die Menschen in Ihrem Haushalt wichtig, weil sie dann wissen, wann Sie für sie zur Verfügung stehen.

Ich leide unter häuslicher Gewalt.

Informieren Sie die zuständige Behörde und suchen Sie sich so schnell wie möglich professionelle Unterstützung.

Ich verstehe mich in der momentanen Situation überhaupt nicht mit meinem Partner.

Erlauben Sie sich gegenseitige Freiräume. Es ist eine ungewohnte Situation, die uns im Zusammenleben derzeit aufgezwungen wird. Das unterbricht Alltagsroutinen, die es uns unter normalen Umständen auch erlauben, das Gleichgewicht von Nähe und Distanz zu bewahren. Das ist jetzt plötzlich anders. Machen Sie sich das zusammen mit Ihrem Partner klar und arbeiten Sie gemeinsam an einer Lösung.

Ich mache mir Sorgen wegen meinen Eltern/Großeltern.

Das ist berechtigt. Allerdings hilft es sowohl Ihren Eltern/Großeltern als auch Ihnen selbst mehr, wenn Sie Ihre Sorgen in tatkräftige Unterstützung umwandeln. Erledigen Sie die Einkäufe und stellen diese vor die Tür, rufen Sie an, halten Sie unter Wahrung der derzeitigen Maßnahmen täglichen Kontakt.

Ich bin positiv getestet worden und habe nun Panik.

Angst ist normal, Panik hilft nie. Machen Sie sich klar, dass die Sterblichkeitsquote in Luxemburg mit derzeit knapp unter einem Prozent relativ niedrig ist – jedenfalls, was die Gesamtzahl der bekannten Fälle angeht. Folgen Sie den Empfehlungen und Anweisungen, die auf der Internetseite der Luxemburger Regierung aufgeführt sind. Sie finden dort auch mehrere Telefonnummern, unter denen Sie Hilfe bekommen, auch psychologische Unterstützung, falls die starken Angstgefühle anhalten sollten.

Claus Vögele, vielen Dank für das Gespräch und die Tipps!

Autor: Jean-Paul Bertemes (FNR)
Editor: Michèle Weber (FNR)

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